Landesliga A 2012/2013 - 4. Spieltag

Fast Halbzeit in der Landesliga A, und wieder gab es einige Besonderheiten, Zeit für Bericht Nummer 4 gekoppelt mit einem kurzen Rückblick auf die Vorschau:

Bernburg – Quedlinburg 6:2

Bernburg erstmals mit nomineller Stamm-Acht, die gegen freilassende und aufrückende Quedlinburger nichts anbrennen ließ. Ein 6:2 ist in etwa das Ergebnis welches man hier erwartete. Während Bernburg sich nach zwei knappen Niederlagen sicher nach vorne schieben wird, muss Quedlinburg jetzt schon anfangen ernsthaft für die BOL zu planen. Die wichtigen Bretter 3-5 schrumpfen auf 1 Brett zusammen und machen es so dem Unterhaus doppelt schwer. Wenn die Harzstädter nicht alle Mann an Bord kriegen und sich nicht unter Umständen bei Gerd Flügge an 11 bedienen können (3 Einsätze in der Bezirksliga) sehe ich schwarz für den Klassenerhalt. Zwar sind mit Burg II und 2*Magdeburg noch Gegner auf Augenhöhe im Restprogramm, die derzeitigen Auftritte überzeugen mich aber nicht und 6 MP sollten schon irgendwie zustanden kommen, will man ernsthaft um Platz 8 kämpfen. Bei Quedlinburg bleibt einzig Nachwuchstalent Nico Fahsel hervorzuheben, während bei Bernburg Jörg Schmidt eine starke Saison spielt (3,5/4 am starken 2. Brett). Achja Bernburg mit einer sehr ineffektiven Aufteilung zwischen BP (19) und MP(4).

Apropos Abstieg, in der Oberliga sieht es nicht besonders gut aus. Zwar habe ich als Mammut-Fan um Sangerhausen keine Angst, jedoch ist die Lage in der Parallel-Staffel bedenklich. Rochade scheint dieses Jahr ohne rechtes Glück, aber traditionell kommt man ja eh erst in der 2. Saisonhälfe. Erstaunlich oft wurden aber die Ungarn-Joker schon gezogen, so dass ich hier (leider) nicht alzu optimistisch bin. Dessau spielt zwar für die Verhältnisse gut mit, ist aber m.E. wie erwartet ohne echte Chance. Platz 8 könnte also u.U. nur zur Relegation reichen.

Burg I  – Rochade II 3,5:4,5

Und wieder erwischt es Burg gegen Rochade – eine never ending story in X. (?) Auflage. Burg verlor den Kampf überraschender Weise vorne, wobei doch gerade die Reserve-Teams hinten Punkten… Knappe Niederlagen gegen Rochade ziehen sich wie ein roter Faden durch Burgs LK und LL Vergangenheit. Auf einmal steht Rochade trotz Remis gegen die eigene Dritte ganz oben – damit hätte ich wahrlich nicht gerechnet! Die präkere Situation der Ersten ist dabei wie bereits begründet gut für Rochade II, an den Aufstieg glaube ich dennoch noch nicht so recht, der ein oder andere Patzer wird noch kommen, TuS sah m.E. immer ganz gut gegen Rochade-Vertretungen aus;-) Bei Burg verdienen sich der neu ins Team gerutschte Andre Berger, Ingolf Sobiechowski und auch Marco König Bestnoten. Bei Rochade punkten v.a. Hans Schwarz und Andreas Weitz überdurchschnittlich.

USC II – Rochade III 4,5:3,5

War es das schon für Rochade III? Auch wenn der Sieg diesmal knapp war, so störe ich mich gegen ein schwächeres Team doch an der Remis-schieberei (okay ich war nicht vor Ort aber 20 Remis vs. 1 Sieg – nein sorry das ist selbst auf GM Niveau eine inakzeptable Quote!). Wo bleibt der Rochade Kampf-Geist? Gerade im Unterhaus müssen in solch einer Begegnung Siege her. Der USC wieder nicht mit optimaler Aufstellung und wieder mit 2 MP. Das erste Team was mich echt überrascht – gerade die Ersatzspieler mit <1700 werden gut integriert und zeigen ansprechende Leistungen, Brett 5 und 8 (Ulrich und Breitschuh) sind die Sieggaranten für den USC. Während bei der USC-Reserve diesmal ein ruhiges Weihnachtsfest ansteht, muss Rochade nicht nur auf die eigene Erste hoffen, sondern auch die nächsten Spiele optimal Punkten. Los geht’s im Januar gegen TuS, eine Niederlage wäre da schon mehr als Richtungsweisend.

TuS – Aschersleben 4,5:3,5

Auch gegen Aschersleben waren wir unverhofft in der Favoritenrolle. Zwar musste Eberhard geplant aussetzen, die Kompensation mit dem aktuellen Berliner Senioren Meister Albert war aber adäquat. Bei Aschersleben tat das fehlende Brett 5 schon mehr weh. Auch wenn wir einen kleinen DWZ-Vorsprung hatten, so hätte ich dennoch nicht mit einem Sieg gerechnet, zu ambitioniert und bissig erschien mir Aschersleben. Dies haben wir wiederlegt und damit auch die Aufstiegsträume gedämpft. Es erwies sich m.E. als cleverer Schachzug, Thomas ein Brett nach hinten zu rotieren, 4 aus 4 sprechen eine deutliche Sprache, auch wenn Uwe noch nicht glänzen konnte (bzw. die Glanzpartie gegen Hettstedt nicht veredlen konnte) so bin ich mit dem 1 Punkt an Brett 1 bisher auch zufrieden. Einzig bei Micha ist diese Saison der Wurm drin. Gute VEM und Ramada Ergebnisse wirken sich leider nicht auf die Punktspiele aus, doppelt kurz rochiert ist schon hart, ich hoffe der Trend wird nach 2*Ramada über den Jahreswechsel gebrochen! Während bei TuS 100% Mann Thomas und Burghard herausragend, sind bei Aschersleben Matthias Wilke, Jan Wölfer und Tobias Leditschke positiv hervorzuheben! TuS sehe ich trotz 100% Gegner aus der unteren Tabellenhälfte alles-in-allem im Soll – ausruhen sollte man sich darauf trotzdem nicht… Aschersleben hatte ein schwieriges Auftaktprogramm und war 3* in der Außenseiterrolle, trotzdem kenne ich die Ambitionen und denke, dass man sicher ein Pünktchen mehr eingeplant hätte.

Hettstedt – Burg II 4:4

Hettstedt mit der besten Aufstellung bisher und trotzdem mit „Punktverlust“ gegen Burg, die wiederrum zeigen, dass sie wenn voll besetzt eine nicht leicht zu schlagende Truppe sind. Hettstedt hätte mit einem Sieg auf einmal sogar ganz vorne mitgemischt – das hätte nach der Auftaktklatsche und der Aufstellung für Spieltag II sicher niemand erwartet. So ist man sicher mit 5 MP noch zufrieden und froh mit ganz unten erstmal nichts zu tun zu haben. Burg hat sich auch aus der Abstiegszone gespielt, sind weitere Punktgewinne gegen Rochade und Quedlinburg drin (Chancen sollten allemal da sein) kann man mit m.u. mit 5 MP schon auf Platz 8 liegen und der könnte (also zumindest hoffe ich das) ja reichen. Burg hat also zur Halbzeit realistische Chancen drin zu bleiben, auch das war nicht unbedingt zu erwarten, auch wenn ich als Magdeburger die Stärke dieser Mannschaft kenne. Bei Burg halten Gerhard Berger (damit beide Bergrs mit starken Leistungen) und Helga Mickmann den Laden derzeit beisammen. Bei Hettstedt überzeugen Ersatzspieler Karl Jacob und Kai Friedrich.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass 1-7 sehr dicht beisammen sind. Da ich nachwievor nicht an eine konstante Rochade Mannschaft glaube rechne ich Burg die höchsten Chancen zu, zumindest die BP unterstützen dies. Man muss erwähnen, dass Rochade unheimlich effizient MP einheimst, jeder halbe Punkt weniger hätte direkt einen MP Verlust bedeutet. Die Mannschaften von 3-5 (USC, TuS Hettstedt) sind sicher alle erst mal froh schon so viele MP gesammelt zu haben anstatt unten festzustecken. Ernsthafte Ambitionen nach oben, aber da ist der Weg dann doch schon weit, rechne ich erst danach wieder Bernburg und Aschersleben zu, dann muss aber wirklich alles passen, -4 ist schon eine ziemliche Hypothek. Aschersleben muss noch gegen die drei Schlusslichter spielen, was ein Vorteil ist aber auch bedeuten kann, dass man selbst nach unten schaun muss, wenn es in den Partien nicht so läuft wie geplant.

Ab Platz 8 beginnt der Abstiegskampf, die BP und MP Lücke ist schon groß (wobei Burg noch deutlich besser abschneidet als die anderen beiden, was auch eine Überraschung ist). Alle direkten Duelle stehen noch aus, wobei Rochade das leicht bessere Restprogramm zu haben scheint. Realistischer Weise kann sich nur einer der Drei Teams noch retten, ob nachhaltig oder Relegation wird sich zeigen. Alle anderen Mannschaften sehe ich bei mind. 7 MP zu Saisonende, aufgrund der BP-Hypothek müsste, einer der 3 Kandidaten auf 8-10 die 8 MP schaffen, das glaube ich nicht. Burg ist dafür nicht nachhaltig stark genug, Rochade fehlt m.E. der Kampf-Geist für 7 aus 10 (wären aber noch die ehesten die es schaffen könnten) und Quedlinburg müsste schon ein mittleres Wunder verbringen um aus dem Keller zu springen.