• 19-10-2019
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Deutschland Cup 2008


16.11.2008: Während die Schacholympiade schon im vollen Gang ist, startet der Deutschland Cup mit unseren Teilnehmern Uwe Lechnauer und Philipp Lange erst heute. Dabei tritt Uwe in der Gruppe 1700-1799 an, während sich Philipp mit Gegnern zwischen 1100 und 1199 messen wird. Die Runden beginnen jeweils um 8.30 Uhr. Ergebnisse folgen soweit diese bekannt gegeben sind!
Zur Vollständigkeit hier einige Links zur Olympiade und den Begleitturnieren:

Schacholympiade Hauptseite
Live-Übertragung aller Bretter der Olypiade
Schacholympiade TV
offizielle Seite des Deutschland-Cups

Uwe hat einen Bericht über die 6 Tage in Dresden erstellt, in dem auch das allgemeine Abschneiden der deutschen Mannschaft nicht zu kurz kommt.

Deutschlandcup in Dresden aus der Sicht eines Zeitopfers

Obwohl sich vier Spieler unseres Vereins qualifiziert hatten, wollten nur zwei wissen wie weit sie beim größten jemals auf deutschem Boden ausgetragenen Amateurturnier kommen werden. Vorweg sei gesagt, dass ein Turnier dieser Größe neben einer guten Organisation auch feste Regeln und motivierte Spieler braucht. Das Erstere ließ in Verbindung mit dem Zweiten anfangs sehr zu wünschen übrig. Eventuell lag es ja auch am Dritten, dass zu der vorgegebenen Anmeldezeit noch viele Spieler fehlten. Der "Kulanz" der Veranstalter war es somit zu verdanken, dass alle gemeldeten Spieler ausgelost wurden und es dadurch in der ersten Runde zu vielen kampflosen Siegen kam. Regelkonform wäre es gewesen, die angereisten Spieler auszulosen und Nachzügler kulanter Weise hinten anzuhängen. Damit wäre die Ausschreibung eingehalten und die meisten +:- Partien vermieden worden.

Wir, Philipp und ich, waren jedenfalls pünktlich bei der Anmeldung und wollten das ausgeschriebene Begleitmaterial, das uns über alles Wissenswerte von Olympia und Deutschland-Cup unterrichten sollte, mitnehmen. Außerdem sollte ein verbilligtes ÖPNV Ticket für die Dauer des Turniers zu erhalten sein. Auch hier zeigte sich die Organisation überfordert. Selbst 24 Stunden später, also nach Ende der ersten Runde, war noch kein Ticket zu bekommen. Am Ende ganz gut, denn auf Grund des schönen Wetters liefen wir meist zum "Hotel" zurück und konnten uns so die eine oder andere Sehenswürdigkeit Dresdens anschauen.

Auf unsere Unterkunft möchte ich nicht weiter eingehen, das Frühstück war gut, die Schlafzelle warm und eine Straßenbahnhaltestelle nicht weit. Und dass wir am Anfang über 2.400 Euro für alle gemeldeten Gäste des LSV bezahlen sollten, konnte auch nach einigen Telefonaten geklärt werden.

Erster Tag

Nach Anreise und Anmeldung, sowohl im Hotel wie auch beim Deutschlandcup, fuhren wir zum Internationalen Congress Center um den "Großen" etwas über die Schulter zu schauen. Nach den Auftaktsiegen gegen SCO und SLO erlebten wir noch das Ende des 3½:½ Sieges gegen Malaysia. An den gleichen Brettern wollten wir am nächsten Morgen ab 8:30 ebenfalls unser Bestes geben und zumindest die ersten beiden Runden überstehen.

Zweiter Tag

Sonntags fahren die Straßenbahnen nicht so oft wie unter der Woche. Deshalb waren wir sehr früh im ICC. Auch waren die Auslosungen für die einzelnen Gruppen zu finden aber wie eingangs erwähnt wurden alle gemeldeten Spieler ausgelost. Philipp und ich hatten das Glück nicht umsonst angereist zu sein. Für Philipp hatte vor Nervosität kaum geschlafen und war total übermüdet. Eine Ungenauigkeit in der Eröffnung bedeutete somit für ihn schon bald das Ausscheiden aus der KO - Runde. Mein Gegner wählte Caro Kann und trotz Mehrbauer musste ich zum Schluss der mehrmals angebotenen Punkteteilung zustimmen. Damit war für 13:00 Uhr "Blitzen" angesagt. Über das "WO" bekam ich von drei verschiedenen Schiedsrichtern 3 verschiedene Orte genannt. Ein Analyseraum stand an diesem Tag ebenfalls nicht zur Verfügung, da sich zum Familienturnier mehr Teilnehmer angemeldet hatten als erwartet und wir dort einfach rausgeschmissen wurden. Für die Entscheidung wurde dann ein Ort gewählt, zu dem man einen orientalischen Basar als Ort der Ruhe und Entspannung ansehen kann. Kurz um über 100 Spieler liefen einem Mann – wahrscheinlich ein Schiedsrichter – hinterher, der sich einen Weg durch Tischreihen bahnte, die teilweise noch belegt waren. An jedem Brett nannte er zwei Namen und legte das Ergebniskärtchen vom Vormittag hin. Die Bretter wurden frei gemacht und den Spielern blieben die Farbwahl und der Rest überlassen. Mein Vergleich endete ½:1½ und somit auch der Traum von der nächsten KO – Runde. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen den 2½:1½ Sieg von Naiditsch und Co über Spanien zu verfolgen.

Dritter Tag

Germany 1 gegen Russia war angesagt. Vorher mussten wir jedoch im CH-System Turnier ran. Hier starteten alle mit 0 Punkten, denn das Remis vom Vortag zählte nur noch für die DWZ. In einer italienischen Partie erreichte ich mit 5 Bauern und Läufer gegen 5 Bauern und Turm erneut eine Punkteteilung.

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Philipp hatte etwas Angst vor zwei Bauern auf der 3. Reihe und stimmte deshalb in nebenstehender Stellung dem Remisgebot seines Gegners zu.

Es war überhaupt ein Tag der Punkteteilungen, denn auch das Spitzenspiel endete mit einem hart umkämpften 2:2 (4x Remis).

 

Vierter Tag

 

Da die "Großen" heute ihren Ruhetag hatten durften wir zweimal ran. Wie gewinnt man mit Weiß? Meine Lieblingseröffnung und die auch noch mit 4. ….Le7 und mir gelang trotzdem wieder nur ein Remis. Philipp musste gegen einen aktuell 1493er ran und spielte wie es zu erwarteten war, er gewann. Jetzt hatten wir eine Pause zum Erholen, denn die nächste Runde war erst für 15:00 Uhr angesetzt.

 

Motivierte Spieler wie wir sitzen 10 Minuten früher am Brett, denn Formular ausfüllen und Figuren zurechtrücken für einen neuen Anlauf ist angesagt. Doch auch die Organisatoren hatten sich etwas zu unserer Unterhaltung einfallen lassen. Regeln hin - Ausschreibung her, um 15:00 Uhr startete erst einmal eine Modenschau. 30 Minuten lang wurde Mode, nicht immer Schwarz Weiß aber immer kariert, vorgeführt. Die Kommentare an den Tischen rund um meine Gruppe möchte ich aus Jugendschutzgründen hier nicht weitergeben.

 

Ob es daran lag, dass Philipp sehr schnell aufgab und ich im 12. Zug einen Bauern verlor kann ich nicht sagen. 3 Züge später wurde auch noch meine Königsstellung aufgerissen und ich überlegte ebenfalls aufzugeben.

 

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Fritz bewertet die abgebildete Stellung in der abendlichen Analyse mit -1,47 gegen mich. Naja, ich hab schon in schlechteren Stellungen weitergespielt.

Mit Kh8 und Tg8 wollte ich noch etwas Druck machen und der La7 zielt ja auch in die richtige Richtung.

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Kurzum, mein Gegner spielte etwas sorglos (eventuell dachte er noch an die Models der Modenschau) und ich konnte meinen Plan umsetzen. Mit 22…. Tg3+ hatten wir dann diese Stellung und das Ende der Partie erreicht. Somit entging ich auch dem Stubendienst, denn Philipp hatte ja morgens vorgelegt.

Fünfter Tag

Die Stimmung war gut. Nach der gestrigen Punkteteilung gegen die an Nummer 1 gesetzten Russen wartete heute mit der an zwei gesetzten Ukraine ein weiterer Brocken. Doch zuvor waren wir wieder dran. Mein "Zimmergenosse" spielte schnell Remis, da er unbedingt sehen wollte wie ich gegen zwei Damen spiele. Da ich Weiß hatte war ein Sieg schon fast ausgeschlossen. Und Katja Köditz, die zweite Dame, wählte auch noch die Jagdvariante der Aljechin – Verteidigung. Nach Damentausch und beidseitiger großer Rochade war nicht mehr viel los. Trotzdem dauerte es noch bis zum 31. Zug bis wir uns die Hand zur Punkteteilung reichten. Also alles wie gehabt, Philipp und ich gaben vor und unsere Jungs zogen nach. Am Ende hieß es auch gegen die Ukraine wieder 2:2. Diesmal jedoch mit einem Sieg und einer Niederlage bei zwei Punkteteilungen.

Sechster Tag

Der heutige Abschied von unserer Bleibe fiel uns nicht schwer. Schlimmer war das Ende des Turniers, das trotz anfänglicher organisatorischer Probleme viel Spaß gemacht hat. Auch die restlichen 5 Runden der Olympioniken mussten ab nun am PC weiter verfolgt werden. Den Start der 7. Runde nahmen wir jedoch noch mit. Um eine Brücke zum Anfang zu schlagen erinnere ich noch mal an die motivierten Spieler und die festen Regeln, die ein solches Turnier braucht. Motiviert waren wir und als Philipp nach knapp einer Stunde bei mir am Brett stand und den Daumen hoch hielt, wusste ich, dass er sein Ziel erreicht hatte. Ich hatte ebenfalls schon 3 aus 5 und war noch ungeschlagen. Deshalb nahm ich mir gegen meinen stärksten DWZ – Gegner des Turniers auch richtig Zeit. Mein letzter Zug war 40… hxg4+ und Fritz bewertet die Stellung mit 1,20 für Schwarz.

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Wenn da nur das Regelwerk nicht wäre. Während ich meinen Zug ausführte sprang die Uhr um bevor ich sie gedrückt hatte. Nicht schlimm, bei 36 Zügen in 90 Minuten wie in unserer Bezirksklasse. Aber leider eine verlorene Partie bei 40 Zügen in 90 Minuten, so wie beim Deutschlandcup. Somit hatte auch ich – wie Philipp – nur 50% und jeder musste seinen Koffer selbst tragen.

 

Als Trost bleiben uns ein paar DWZ – Punkte und die Erinnerungen an ein großes Turnier, das in dieser Form so schnell in Deutschland nicht mehr stattfinden wird.

 

Nachtrag

 

Unseren Jungs gelang am späten Nachmittag noch ein 2½:1½ gegen Rumänien. Ob es an unserer Abwesenheit lag, dass am Freitag ein 1½:2½ gegen Israel folgten kann ich nicht sagen. Jedenfalls gab es noch ein 2:2 gegen Polen und eine weitere 1½:2½ Niederlage gegen die USA. Der abschließende 2½:1½ Erfolg gegen Litauen brachte letztendlich den 13. Rang. Unter www.dresden2008.de kann man unter "LIVE" den Punkt "Spiele Archiv" wählen und hat dort die Möglichkeit alle Partien nachzuspielen. Es ist zu empfehlen, denn dadurch wird man sich sicher noch lange an dieser Olympiade erfreuen können.

Uwe Lechnauer