Vorschau Landesliga A

Spät aber nicht zu spät ein paar Worte zur diesjährigen Saison.

Das Ganze ist bitte als persönliche Note zu lesen, sollte ein Team bei der Analyse doch schlecht wegkommen, so ist das bitte als reine Motivation zu lesen:)

Vorab zur Rahmensituation:

Eigentlich alles beim alten, wieder 10 Mannschaften (klar!) wieder größtenteils Vertreter aus dem SB Magdeburg (8/1/1) und wieder drei neue Gesichter – dieses Mal alle von „unten“. Dies hat zur Folge, dass die A und B Staffel deutlich enger zusammen rücken, gefühlt herrscht hier erstmals absoluter Gleichstand, wenngleich dies als reine Schätzung nach Durchsicht der Aufstellungen zu verstehen ist und nicht als akribisches Nachrechnen. Vom reinen DWZ-Pünktchen zusammenzählen halte ich sowieso nicht viel – für eine fundierten Blick sind tiefgründigere Analysen erforderlich – zumindest im Fall von Staffel B überlasse ich die gern anderen :)

Noch eine Anmerkung: Aufgrund sehr unklaren Zeitverhältnissen diese Saison leider keinesfalls die Garantie, dieses nun Begonnene die ganze Saison fortzusetzen – ich werbe in diesem Zusammenhang schon mal um eine Vertretung.

Los geht’s – wie üblich schön sortiert von vorne bis hinten!

SV Aufbau Bernburg (1933/1885)

Bernburg hat intern kräftig rotiert – im Grunde steht aber eine personell nahezu unveränderte Mannschaft auf dem Papier. Im Vergleich zum letzten Jahr ist der DWZ Schnitt ein wenig gesunken – was subjektiv den Trend der letzten Jahre wiedergibt – ich kann mich noch an Zeiten erinnern als Bernburg deutlich mehr Spieler an und um 2000 hatte, dieses Jahr trifft dies auf keinen Spieler der Stammacht zu. Aporpos Stammacht, dort rechne ich formal Christian Wagner heraus, der seine schachliche Heimat in die Schweiz verlegt hat. Mit einem bereinigten Schnitt von 1885 ist Bernburg immer noch Kandidat für vordere Plätze. Der Sprung nach ganz oben ist möglich, dazu sollte es aber weniger Ausfälle geben als im letzten Jahr. Vom Kampfgeist sehe ich die Bernburger auf jeden Fall dazu in der Lage. Nach Spieltag Nummer 1 wissen wir definitiv schon mehr über Bernburgs Rolle, denn dort steht das wichtige Duell gegen Burg auf dem Ansetzungsbogen.  

Burger SK (1913/1913)

Über die Burger Ziele (Aufstieg) und die Tragik der Umsetzungsversuche der letzten Jahre habe ich im letzten Jahr ausführlichst berichtet. Burg - mit konservativem Ansatz – schickt ein absolut unverändertes Team ins Rennen. Für mich eine kleine Überraschung, hätte ich doch damit gerechnet, dass mit Klaus Nielebock oder Gerhard Berger einer der beiden Spitzenspieler der letztjährigen Zweiten wieder eine Chance in der Ersten bekommt, schließlich haben beide dort auch vorher über Jahre mitgewirkt. Burgs Aufstellung ist dennoch grundsolide und im Vergleich zum letzten Jahr hat man nun wieder die Möglichkeit sich aus dem Pool der zweiten Mannschaft zu bedienen, so dass – die beiden Spitzenbretter ausgenommen – jeder Ausfall kompensiert werden kann. Wie die Burger Politik hier aussieht bleibt abzuwarten, traditionell kommt die Mannschaft mit eher weniger Ersatzspielern aus. Für Burg geht es definitiv wieder um die ersten Plätze. Von der Stammacht sehe ich die Mannschaft vorne, auch die Ersatzmöglichkeiten stimmen dieses Jahr. Positiv kommt hinzu, dass nur noch eine Rochade Mannschaft in der Liga spielt – ohne die Historie komplett wälzen zu wollen, sah Burg gegen Teams dieses Magdeburger Vertreters immer bescheiden aus. Nach Spieltag Eins sollte klar sein ob Burg die Rolle des Verfolgers oder des Verfolgten einnimmt, erstere scheint nicht unbedingt zu liegen, ein Punktgewinn zum Auftakt wäre folglich durchaus wichtig.

SF Hettstedt (1909/1840)

Hettstedt – in meinen Augen letztes Jahr mit einer mehr als ordentlichen Saison. Der DWZ Schnitt täuschte im letzten Jahr über das tatsächliche Spielerpotenzial hinweg. Dies gilt analog für dieses Jahr. Auch wenn bei der Truppe um ML Dirk Michael wieder eine 19 vorne steht so ordne ich den Schnitt realistisch bei 1840 ein. Vorn nach meinen Schätzungen 2 Strohmänner – wenngleich der Einsatz von Volker Brundisch für mich zu den größten Überraschungen der letzten Saison zählte. Die Spieler von 3-6 bilden folglich das Oberhaus – zweifelsfrei qualitativ hochwertig und mit neuem Nachwuchs bespickt – trotzdem wird man hier nicht ohne Ausfälle durch die Saison kommen, so dass das Unterhaus im Idealfall von 7-11 reicht. Sollte Hettstedt, die Zuverlässigkeit war das größte Problem im letzten Jahr, diesbezüglich weiterhin Federn lassen, muss sich zuerst nach unten abgesichert werden, zumindest konnten die Spieler von 12-18 konnten letztes Jahr nicht überzeugen (3 aus 17). Nicht unerwähnt bleiben soll Neuzugang Wilhelm Brandt aus Quedlinburg, der anscheinend weiterhin Landesliga spielen möchte und dem Hettstedter Unterhaus Stabilität verleihen wird. Daher prognostiziere ich, dass Hettstedt auch dieses Jahr den sicheren Hafen früh erreicht, nach oben – wie der DWZ Schnitt vielleicht suggeriert – geht m.E. allerdings nichts.

SV Eintracht Tangerhütte (1905/1854)

Die Schachhochburg der Altmark hat endlich wieder den Sprung auf Landesebene geschafft. Im Vergleich zum letzten Ausflug sogar mit einigen nennenswerten Verstärkungen: Gerd Wiesemann kam neu aus Stendal – der Abstieg in die unterste Bezirksebene bedeuteten folgerichtig den Vereinswechsel, Wilfried Reinecke ist schon etwas länger an Bord. Aus dem Stamm rausrechnen sollte man Thomas Hennig der die letzten Saisons nur äußerst selten im Einsatz war. Trotzdem ergibt sich ein Schnitt von über 1850, der auf jeden Fall auch häufiger am Brett sitzen wird. Dennoch wird es für Tangerhütte kein Selbstläufer. Das große Problem des eine-Mannschaft-Vereins ist die Ersatzbank. Jürgen Brekenkamp gehört sowieso zur Stammacht, André Jungnickel traue ich auch noch zumindest solide Leistungen an 8 zu, danach wird es aber ganz eng. Tangerhütte muss die Punkte vorne machen, deshalb werden Ausfälle ganz schwer zu kompensieren. Die Spieler 2-9 fehlten letzte Saison 12 Mal – dieser Wert darf sich unter keinen Umständen verschlechtern, wenn man eine ruhige Saison erleben möchte. Ich denke Tangerhütte wird ein Team mit zwei Gesichtern: Sind alle Mann an Bord – vielleicht sogar das Spitzenbrett – so kann man jeden schlagen. Fällt aus der normalen Stammacht mehr als ein Spieler aus, ist man sofort in der Außenseiterposition. Tangerhütte wird deshalb zuerst nach unter schauen müssen, der Klassenerhalt sollte im Normalfall aber gelingen.

SV Rochade Magdeburg III (1869/1852)

Rochade II hat sich im Vergleich zur letzten Saison nominell etwas verstärkt. Einige Spieler der Aufstiegsmannschaft finden sich nun in Team Nummer III wieder. Um Rochade III richtig einzuschätzen muss allerdings der Verein als Ganzes betrachtet werden. Das beginnt bei einer massiv verstärkten Mannschaft Rochade I. Ob die Tschechen an 1-3 oft zum Einsatz kommen bezweifle ich zwar stark, dennoch – und das ist zweifelsfrei positiv – sind immer genügend Optionen vorhanden um sich aus dem Abstieg weitestgehend raushalten zu können. Tritt Rochade I komplett ohne Ausländer an, fehlen drei Mann in der Zweiten mit entscheidenden Folgen für die Dritte, denn sie starken Spieler werden aufrücken müssen, wenn die Verbandsliga Mannschaft bestehen soll. Die Ersatzbank ist zwar mehr als solide, trotzdem sollte dieser Fall nicht zu oft eintreten. Der großen Ungewissheit der anderen Vereinsmannschaften und dem Fakt, dass nun nicht mehr 2 Vertretungen in einer Liga spielen, ist es geschuldet, dass das wahre Gesicht der Mannschaft für mich schwer vorherzusagen ist. Ich gehe aber davon aus, dass Rochade wieder einen Mittelfeldplatz belegen wird. Die Mannschaft befindet sich aber wieder in einem Dilemma: Läuft es gut für 1. und 2. werden die Ausländer vermutlich selten „eingeflogen“ und Rochade III bekommt Probleme.

SV Lok Aschersleben (1854/1854)

Aschersleben mit gleicher Stammacht des Vorjahres. Es gab intern leichte Rochaden, Detlev Weidner dieses Jahr ungewohnt weit hinten aufgestellt – die Mannschaft diesmal also ohne „Vorstopper“ – eher mit 2 klassischen Viererketten:) Die Truppe um Spitzenspieler Matthias Wilke hat im Vorjahr ein wenig an Zuverlässigkeit verloren. Im Durchschnitt fehlte ein Spieler, was den Blickwinkel sofort von oben auf Absicherung nach unten veränderte. Selbiges ist auch in diesem Jahr meine Vorhersage. Aschersleben ist nachwievor nicht in der Lage Ausfälle gut zu kompensieren (wobei die 3,5 aus 9 von der Vorsaison noch okay sind). Demzufolge sitzt im Schnitt auch ein Team leicht unter dem wahren DWZ-Schnitt am Brett. Wenn Aschersleben als Team weitestgehend zusammenhält – ein paar Zweifel habe ich diesbezüglich gehört, will sie aber nicht überbewerten – wird man mit dem Abstieg nichts zu tun haben und ist wie immer in der Lage auch mal die ganz großen zu ärgern. Wenn ich die verpasste zweite Saisonhälfte von Tobias Leditschke allerdings als Trend sehe, muss Aschersleben dieses Jahr kämpfen.

TuS 1860 Magdeburg Neustadt (1848/1834)

Ich glaub ich habe ziemliches Insiderwissen ob den Aufstellungen und Plänen dieser Mannschaft, sollte mich aber besser diplomatisch halten. Die Stammacht scheint auf den ersteb Blick ein wenig verändert. Nachwuchsspieler (falls man das mit Anfang 20 noch sagen darf – zumindest relativ stimmt die Aussage) Daniel hat seinen verdienten Weg in die Erste gefunden. Die 1800 ist eigentlich längst überfällig – leider streut Daniel immer noch Katastrophentruniere ein die dieses Ziel bisher verhindert haben. In der Liga letztes Jahr mit 8/9 und 3/3 in der LL eine absolute Bank, was ein Stammbrett rechtfertigt. Thomas Frotscher – der stärkste Spieler der Liga – wieder nur an 2, hat letztes Jahr zu gut geklappt. Uwe rutscht von 1 nach 8, leider wurden die gefühlten 50% die definitiv auf dem Brett waren nur unzureichend umgesetzt, so dass dieses Jahr wieder leichtere Gegner warten sollen. Ob Brett 4 zum Einsatz kommt muss zumindest in Frage gestellt werden, so dass Micha hin und wieder ins Oberhaus rutschen könnte. Hoffentlich zahlt sich dieses mutige Brett nach der schlechten Vorsaison aus – ich erinner mich allerdings nur zu gern an Michas starke Leistung an Brett 1 der BOL und hoffe ganz einfach, dass solche eine Saison wieder fällig ist!

Ausfälle sollte die Mannschaft gut verkraften können, Familie Wolf hat letztes Jahr sehr gute Leistungen gezeigt und sollte im Zweifelsfall für Einsätze zur Verfügung stehen. Ich hoffe natürlich auf eine solide Saison ohne Abstiegssorgen, viel wird allerdings davon abhängen ob der Trick mit Brett 1 dieses Jahr besser klappt. Ich sehe Edgar da zumindest sehr gut aufgehoben und hoffe auf eine gute Saison, die mindestens zu Platz 8 reicht.

USC Magdeburg II (1832/1854)

Lieberwirth an 1 überrascht mich doch sehr. Ich weiß bis heute nicht ob das deutlich verspätete Nachwuchsförderung oder ein Strohmannansatz sein soll. Die Performance der letzten Saison war zwar vielversprechend für einen Spieler mit 1500, die Leistung in der JBL (gegen Spieler die wohl in dieser Region mindestens auch an Brett 1 zu erwarten sind), lassen diese Entscheidung – sollte entsprechender Spieler auch wirklich spielen – für mich fraglich erscheinen. Ich rechne erstmal mit 2-9 als Stammacht und sehe wieder eine grundsolide USC Mannschaft. Viel wird m.E. von der Performance an 2/3 (bzw. 1/2) abhängen. Hans hat letzte Saison sehr gut gespielt, dass sollte man aber nicht konsequent erwarten. Das gut besetzte Mittelhaus wird also gefragt sein, ich sehe dort auch keine großen Probleme. Als Ersatz für potenziell fehlende Spieler wird wohl die Jugend herhalten müssen, dort sehe ich eine potenzielle Schwachstelle der Mannschaft. Geht das Experiment mit Brett 1 in die Hose und fehlen hinten wichtige Leute zu oft, so muss der Blick ganz schnell nach unten geändert werden, ansonsten ist ein solider Klassenerhalt drin. Ach ja, fast vergessen wir haben ja eine zweite Vertretung also schnell noch ein Blick auf die Erste: Ich sehe mit Kapischka, Hanisch und Weber (letztgenannte zur „hälfte“) zwei Bretter die wohl immer zusätzlich zu besetzen sind. Die erste steht in der Verbandsliga eher wacklig da, muss sich also ggf. auch mit starken Spielern aus der Zweiten verstärken (Ulrich, Andreas, Rost) was ebenjener Mannschaft dann nicht gut bekommen dürfte. Ich traue dem USC aber auch zu konsequenter auf die Jugend zu setzen auch wenn dies den Abstieg bedeutet (will ich aber aus Sicht des Schachbezirks Magdeburg nicht hoffen).

SV Einheit Halberstadt (1814/1825)

Halberstadt hat an den vorderen Brettern eine unheimliche Qualität – diese sorgten im vergangenen Jahr für den souveränen Aufstieg in der durchaus gut besetzetn BOL Süd. Die Nachwuchsspieler Michael Stephan und Alex Niemann wurden gut in die Mannschaft integriert. Ob erstgenannter immer spielt ist zweifelhaft, letzte Saison war es nur ein Einsatz, ich rechne also mal vorsichtig raus. Nachwuchsstar Alexander wird wohl auch mal wegen anderer Maßnahmen fehlen und so ist bei der Gesamtbetrachtung Halberstadts Bank entscheidend – auch deswegen weil die Zuverlässigkeit nicht ganz überzeugend war und vor allem im Unterhaus in der LL ein anderer Wind weht. Ein Blick auf diese offenbart große Probleme für Halberstadt, sollten vorne zu viele Spieler fehlen. Es klafft eine beträchtliche Lücke und ob die DWZ-stärksten Altmeister unbedingt LL spielen wollen vermag ich auch nicht einzuschätzen. Halberstadt wird also kämpfen müssen um drin zu bleiben. Positiv anzumerken ist, dass man zumindest von Alex Niemann auch noch einen größeren DWZ Sprung erwarten darf, der die Mannschaft puschen könnte.

TSV Elbe Aken (1803/1803 )

Der Dessauer Aufsteiger hat es im Allgemeinen nicht einfach in der A Staffel. Selbiges ist wohl auch dieses Jahr zu erwarten, ich denke die Akener hätten sich in der Parallelstaffel – dort sind zumindest noch einige Teams mit unter 1800 zu finden – deutlich wohler gefühlt. Trotz durchaus beachtlichen Leistungen in der Vorsaison prognostiziere ich eine ganz schwere Saison. Gerade im Oberhaus sehe ich Defizite, hinzu kommen, trotz allgemein guter Zuverlässigkeit große Sorgenfalten beim Betrachten der Ersatzbank. Die Anmerkungen von Tangerhütte gelten hier analog, allerdings ist die Stammacht nochmal über 50 Punkte schwächer und die Ersatzliste – ich unterstelle mal, dass sich bei den DWZ losen Spielern kein heimlicher Star verbirgt – noch kompakter. Der Verzicht eines Stammplatzes für Stefan Stuhlemmer heißt m.E. dass auch hier wenig Chancen auf Einsätze bestehen – die Vorsaison unterstreicht dies. Aken hat nur dann eine Chance wenn konsequent 1-8 am Brett sitzen und die Gegner die Truppe unterschätzen. Ein Anfang kann am ersten Spieltag gemacht werden, denn auch Gegner Hettstedt hatte zum Auftakt oft große Probleme.