Landesliag A 1. Spieltag

Statt einer Vorschau ein etwas intesiverer Blick auf den ersten Spieltag. Zusammen mit dem Versuch diese Rubrik diese Saison noch einmal zu beleben.

Vorher noch ein kleiner Blick nach „oben“. In der OL das übliche Bild: 5 etablierte Vereine und ein Neuling. Wie auch die Aufsteiger in den Vorjahren hat Merseburg auf Verstärkungen verzichtet und wird es dadurch schwer haben mehr als 1 Jahr oben zu bleiben. Aber das sind wir ja gewohnt:) Auch Halle und Rochade müssen sich m.E. nach unten absichern, wenn Rochade die Ausländer einsetzen kann, wird es knappen, sonst wird es wohl eng – auch da die Rolle von Spitzenbrett a.D. M. Stolz deutlich reduziert ist. Löberitz und AEM werden wieder gut oben mitspielen können (wenn es keine Besetzungsprobleme gibt). Sangerhausen hat nun ein paar mehr Optionen und mit dem Abstieg – auch wenn verschiedene Quellen anders denken – wie üblich nichts zu tun. Wechsel- und Aufstellungen wurden an anderer Stelle schon diskutiert, von meiner Seite bleibt einzig hinzuzufügen, dass ich den Wechsel von Martin Sieber - rein sportlich - überhaupt nicht verstehe…

Die Parallelstaffel – dieses Jahr gibt es eine komplette Abgrenzung MD vs. Dessau/Halle mit mittlerweile zwei gleichstarken Ligen (das sagt zumindest mein Gefühl, nachgerechnet habe ich nicht), das war in den Vorjahren anders!

Die A-Staffel hat sich ein wenig geändert. Burg hat den Aufstieg endlich geschafft (viel Erfolg in der VL, mit Wiederkehrer Bastian Deubler bin ich optimistisch), neben Halberstadt und Aken die die Liga (teilweise freilwillig) verlassen haben hat Hettstedt die Klasse gewechselt. Neu dabei sind Calbe und USC von oben, Wahrburg und AEM III von unten.

 

TuS – Turm 2000 Wahrburg 6:2

Nach Katastrophensaison und Klassenerhalt über Umwege erhoffen wir (ich werde das „wir“ als Synonym für TuS verwenden, auch wenn ich nicht selbst Teil der Mannschaft bin) uns dieses Jahr eine wesentlich entspanntere Saison. Diese sollte mit einem sicheren Sieg gegen den Aufsteiger und krassen Außenseiter eingeläutet werden. Intern haben wir ein paar Rochaden gehabt, vor allem Daniel hat sich mit einigen guten Turnieren ein vorderes Brett verdient. Beide Mannschaften mussten aus der nominellen Stammacht einen Spieler ersetzen, dass der TuS Ausfall weniger wog, zeigte das deutliche 6:2 Ergebnis, wobei aus TuS Sicht ein Brett noch unglücklich weg ging. Gerade der Auftritt im Oberhaus: 3,5 Punkten bei 3 quasi gleichwertigen Duellen ist dabei hervorzuheben. Für Wahrburg wird es eine ganz schwere Saison, die Mannschaft wird nur bestehen können, wenn die Spieler 1-8 in den wichtigen Duellen zur Verfügung stehen. Dazu muss die sehr erfahrene Doppel-Ahlers-Spitze ziehen (d.h. zumindest selten „kurz rochieren“) und die verhältnismäßig gut besetzte Mittelachse „stechen“. Alles andere als Platz 10 wäre eine kleine Sensation, trotzdem schön, dass die Stendaler den Kampf angenommen haben.

Für TuS erhoffe ich mir eine solide Mittelfeld Platzierung. Wenn die internen Rochaden aufgehen und der Stamm steht, kann es sogar mehr werden… Meines Erachtens sind Uwe und zweimal Thomas zur Zeit auch DWZ-mäßig unterbewertet! Der erste Spieltag war schon mal positiv, denn die direkten Konkurrenten haben massiv BP verloren.

USC I vs USC II 7:1

Der USC überrascht mit erstaunlich vielen internen Rochaden. Mannschaften 1-3 haben sehr veränderte mit unter völlig neue Gesichter bekommen. Die übliche Aufteilung der besten Spieler auf die Spitzenbretter der Mannschaften 1-3 wurde – wohl aus den Erfahrungen der letzten Saison – aufgegeben. Nun also Bondick und Werchan auch in der 1. Die 2. Ist quasi die Dritte der Vorsaison, eine sehr kompakte Mannschaft mit guter Moral, die in den eigenen Aufstieg 2 Mal nur knapp verpasst hat. In dieser Aufstellung wird es aber sehr sehr schwer, zumal – aus meiner Sicht völlig Unverständlich – darauf verzichtet wurde die starken Spieler der Dritten als Ersatz zu melden, Interna diesbezüglich sind mir aber natürlich unbekannt!

Trotzdem bin ich optimistsich, dass nächstes Jahr wieder eine USC Mannschaft in der LL spielen wird, Fahrstuhltaktik und Aufstieg der Ersten seien dafür angenommen. Ebenjene Mannschaft vereint nun eine starke Mischung aus Nachwuchs und alten Hasen in einer Mannschaft. Die Chancen auf den Aufstieg stehen gut, wichtig wäre dazu vor allem, dass die starken Ersatzspieler (3 Spieler sind stärker als Brett 8) im Bedarfsfall zur Verfügung stehen.

Zum eigentlichen Duell – deshalb auch die lange Vorrede – gibt es so viel nicht zu sagen. Die Erste setze sich mit beeindruckender Souveränität durch, dieser sehr deutliche Sieg gegen die gutbesetzte Reserve verdeutlicht, dass es für die Reserve schwer wird.

Rochade III – Bernburg 0,5:7,5

Dass der USC I trotz des Kantersieges nicht die Spitzenposition inne hat, liegt an einer weiteren Mannschaft aus der Landeshauptstadt. Rochade hatte trotz Ausländereinsatz in der OL enorme Besetzungsprobleme und konnte nur eine Rumpfmannschaft (ein einziger Stammspieler, ein unbesetztes Brett) an die Bretter schicken. Der Sieg war entsprechend hoch, auch wenn ich ein paar Pünktchen mehr erwartet hatte. Zu der im Gegensatz zum Vorjahr verhältnismäßig stark veränderten Rochade-Mannschaft  stellen sich einige Fragen: Sind die Besetzungsprobleme von permanenter Natur? Warum wird – wo nun sogar einige Spieler aus der eigenen Jugend mitspielen – auf die Meldung vom LL-erfahrenen Hans Barucker (und weiteren starken Spielern aus der 4.) verzichtet? Kann die Mannschaft sich so aufrappeln und motivieren, dass wie in den Vorjahren in den wichtigen Spielen ein 4,5 erreicht wird. Richtungsweisend wird gleich das nächste Spiel gegen den USC II, dennoch sehe ich Rochade auch jetzt schon in Big trouble.

Bernburg besticht wie in den Vorjahren mit bewährter und erprobter Aufstellung, die Mannschaft kann in meinen Augen immer oben mitspielen, für mehr fehlt, das sagen mir auch noch die Gespräche aus dem Vorjahr, wohl die Motivation (und ohne C. Wagner auch die Spielstärke und ein paar jugendliche Elemente um weiter oben zu bestehen).

Calbe – Tangerhütte 4,5:3,5

Im Duell zweier gleichwertiger und auch sehr ähnlichen (jeweils Strohmann an 1, ähnliche Wertzahlstruktur und Probleme bei Ersatz) Mannschaften konnte Calbe aus leichter Außenseiterposition knappst möglich gewinnen. Besonders die starke Mittelachse konnte hier die entscheidenden Punkte gegen ebenbürtige Tangerhütter Spieler liefern. Betrachtet man die Calbenser Aufstellung so fällt insbesondere der Wegfall von Georg Hamm auf. Ich weiß leider nicht was hier die Gründe sind, hoffe aber, dass es nichts Gesundheitliches ist. Obwohl Absteiger aus der Verbandsliga immer zu den Favoriten für den Wiederaufstieg zählen sollten, kann ich die Calbenser dieses Jahr nicht dazu rechnen. Ohne zweites Spitzenbrett (die Doppelachse Backe, Hamm war stets zuverlässig) wird es in meinen Augen schwer oben mitzumischen, zumal sich andeutet, dass Nachwuchsspieler Erik Wandsleb (der sich wertzahlmäßig gut im Team integriert hat) nicht immer spielen wird. Da die Ersatzspieler deutlich vom Schnitt abfallen ist Calbe dieses Jahr der ganz große Sprung nicht zuzutrauen.

Ähnliches gilt für Tangerhütte, die Aufstellung zeigt, dass man auf bewährtes setzt. Die Stammacht liest sich hervorragend und sollte den Blick eher auf das obere Drittel einschränken. Dies täuscht allerdings, denn nach Herausnahme von Strohmann Thomas Hennig und sagen wir im Schnitt einem weiteren Ausfall (Im Vorjahr fehlte 8* ein Spieler von 2-9) wird es schon sehr dünn. Dies zeigt gleich der erste Spieltag, bei dem der Altmärker Underdog aber punktete. Freilich wird der DWZ-Schnitt von Tangerhütte durch so ein potenziell schwächeres 8. Brett nach unten verzehrt, dennoch sollte Absicherung nach unten die erste Devise sein.

Aufbau-Elbe III – Aschersleben 3:5

Aufbau-Elbe ist neu in der Liga und tritt mit einer ambitionierten jungen Mannschaft an. Definitiv ein Aufsteiger mit Ambitionen. Allerdings muss sich zeigen, ob das Gesicht der Mannschaft Brett 1-8 oder doch eher die Mannschaft von Spieltag I ist. Trift oft Letzteres zu wird es eng mit dem Klassenerhalt, ansonsten ein Team was jeden ärgern kann, auch oder gerade wegen des Nachwuchspotenzials. Völlig unverständlich ist für mich warum nur bis 18 gemeldet wird und warum spielstarke Ersatzleute aus den oberen Mannschaften gar nicht erst auf der Meldeliste auftauchen. Dies ist gerade für einen potenziellen Abstiegskampf (m.E. nicht völlig ausgeschlossen, man ist ja auch von oben abhängig) ein völlig unnötiges Risiko.

Aschersleben legt eine gewohnte Aufstellung an den Tag. Vorstopper a.D. Detlef Weidner – er füllte diese Rolle m.E. gut und sinnvoll aus – ist nach hinten gerückt (und fehlte zu Beginn). Sonst alles beim Alten: Grundsolide Aufstellung in allen Bereichen, allerdings können auch hier Ausfälle nicht gerade gut kompensiert werden, zumal die Zweite aufgestiegen ist und nun auch an 8 Brettern kämpft. Da von den mal angekündigten Auflösungserscheinungen – zumindest auf dem Papier – nicht viel zu spüren ist, wird Aschersleben, dank Teamgeist und Zuverlässigkeit, wieder oben mitspielen, wenngleich der Aufstieg m.W. kein Thema mehr ist. Trotzdem hat die Mannschaft in meinen Augen den großen Trumpf jeden schon mal empfindlich geschlagen zu haben, selbiges traue ich auch in diesem Jahr zu!

Nun zum eigentlichen Duell: In Anbetracht der Aufstellungen in meinen Augen ein erwartetes Ergebnis. Das starke Aschersleber Oberhaus war zu routiniert für die Nachwuchsspieler von AEM, hinten wurden die Punkte geteilt, Schwieger, Russ und Kierstein können an den hinteren Brettern definitiv gut mithalten. Das AEM ein Brett freilässt ist bei einem so großen Verein doch ärgerlich, vermutlich sorgte der frühe OL-Start für Unruhe. Die obige Aussage bzgl. der Aufstellung wird dadurch bestätigt. Hoch anrechnen muss man allerdings, dass nicht Spitzenbrett Wilke ausgebremst wurde, die Chancen wären dann sicher deutlich besser gewesen!