Landesliga A – 3. Runde 9.11.2014

An diesem geschichtsträchtigen Tag ereigneten sich zwar keine geschichtsträchtigen Ergebnisse, spannende und überraschende Spiele standen trotzdem auf dem Spielplan.

Zeit für – wiederrum einen sehr späten – Rückblick auf den vergangenen Spieltag.

Zuerst der Blick nach oben. Dabei reicht mir zunächst die OL als Einstieg, die Zweiten Ligen sind in dieser frühen Saisonphase noch nicht von entscheidender Resonanz (und zugleich auch ohne Sachsen-Anhaltinische Beteiligung). In der A-Staffel läuft es nicht so richtig rund für die Teams unseres Bundeslandes. Damit meine ich nicht die hohen Niederlagen von Löberitz und AEM gegen Plauen sondern vielmehr das bisherige Abschneiden von Halle und Rochade. Mit 3 bzw. 2 MP befinden sich beide Teams in der gefährdeten Zone. Zwar stehen noch fast alle Duelle gegen die Kellerkinder aus, aber auch diese Teams können unter Umständen noch mobilisieren. Zumindest für Rochade wird es wohl ein langer Kampf, zumal wenn die Ausländer nicht immer eingesetzt werden. Auch in der B-Staffel kehrt Ernüchterung ein. Merseburg zeigt zwar Kampfgeist, sollte schlussendlich aber ohne realistische Chance bleiben. Das der Aufsteiger direkt wieder runter geht sind wir zwar gewohnt, dass die Mammuts aus Sangerhausen derartige Probleme haben, ist jedoch neu. Der 8. Tabellenplatz täuscht im Moment darüber hinweg, dass nur der (Pflicht?)-Sieg gegen Merseburg auf der Habenseite steht. Spätestens nach der Januar Doppelrunde sollten 6 MP auf dem Konto sein um in sicheres Fahrwasser zu steuern.

Die Lage in der OL ist unklar mit eher schlechten Vorzeichen, für „uns“ heißt, dass das Platz 8 als nicht automatisch sicher gilt. Aus Sicht des Schachbezirks Magdeburg gilt in der Verbandsliga ein sehr positives Abschneiden von Burg zu konstatieren. Allerdings steht es um die beiden Magdeburger Teams nicht besonders gut, Rochades Abhängigkeit von oben prophezeit auch hier einen langen Kampf.

Nun zum eigentlichen Geschehen an den Brettern:

TuS – USC I 2:6

Endlich konnte ich mal wieder ein Spiel live verfolgen und muss sagen, dass das Ergebnis nicht den Spielverlauf wiederspiegelt. Trotz der Hypothek des freigelassenen Brettes hatte TuS zwischenzeitlich die Chance auf Zählbares – schlussendlich siegte die Routine. So war nach schnellem – für TuS eher günstigem Remis an Brett 1 – Brett 3 lange Zeit unklar, zwischenzeitlich mit interessanten Optionen für TuS. Micha an 4 hatte nach der Eröffnung eine vielversprechende Stellung mit Mehrbauer, es folgten allerdings ungünstige Abwicklungen und im resultierendem Bauernendspiel eine weitere Ungenauigkeit die gar den ganzen Punkt kostete.

TuS ist nach dem Auftaktsieg auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Noch kein Grund zur Panik, denn es folgten Spiele gegen die beiden derzeitigen Tabellenführer, allerdings muss nun gegen die direkte Konkurrenz schleunigst gepunktet werden, will man sich dauerhaft von Platz 8 fernhalten. Der USC umschifft auch die nächste Hürde schlussendlich souverän und nimmt mit einer durchweg soliden Mannschaftsleistung Kurs auf den direkten Wiederaufstieg. Während beim USC Thomas Reichert (3/3) besonders hervorzuheben ist, überzeugen beim TuS bisher Brett 1 und 8 mit verhältnismäßig guten Leistungen.

Rochade III – Wahrburg 4:4

Wahrburg zeigt, dass die Mannschaft bereit ist den schweren Kampf anzunehmen. Trotz wiederrum deutlicher DWZ-Nachteile gelingt ein 4:4 gegen Rochade. Für mich gilt zwar immer noch das im vorherigen Bericht erwähnte Motto, dass scheinbar aussichtslose Mannschaften in den knappen Duellen unbedingt das Maximale rausholen müssen, dennoch ist den Stendalern eine gute Form zu bescheinigen. Insbesondere das Oberhaus war diesmal Punktegarant, trotz Underdog-Rolle wurden hier 2,5 Punkte erspielt.

Für Rochade ist das Ergebnis definitiv ein schmerzender Punktverlust. Nach den beiden Auftaktniederlagen konnte nun wieder gegen einen direkten Konkurrenten nichts geholt werden. Auch wenn ich es in diesem Bericht das dritte Mal erwähne, für Rochade wird es schwer. Gerade durch fehlende BP und die Probleme in den oberen Mannschaften sehe ich im Moment bestenfalls Platz 8.

Wahrburg wird Chancen haben gegen den USC und AEM III weiter zu punkten – vielleicht gelingt schlussendlich ja wirklich die Sensation?

Bei Wahrburg überzeugt im Moment insbesondere Henning Neu (was die Leistung der anderen Spieler gegen teilweise deutlich überlegende Gegner nicht schmälern soll), bei Rochade kann im Moment allenfalls das Auftaktremis von Nick Schulze hervorgehoben werden.

AEM III – USC II 4,5:3,5

Ich hätte beinahe USC III getippt, so vertraut bin ich mit dem Gesicht der Mannschaft aus alten BOL Zeiten:) AEM tritt dieses Mal mit einer stärkeren Mannschaft auf und sammelt wiederrum wichtige Punkte ein. In einem knappen Duell konnten schlussendlich die AE Vorteile im Unterhaus verwertet werden. Die Jugendspieler scheinen gut in die Mannschaft integriert und leisten an vergleichsweise vorderen Brettern gute Beiträge. Das kam der USC dieses Mal zu spüren, die wahrscheinlich kompakteste und zuverlässigste Mannschaft der Liga konnte dieses Mal ebenjene Stärke nicht ausspielen und muss sich mit der knappen Niederlage begnügen. Nun ist erst einmal der Blick nach unten an der Tagesordnung, der hausgemachte Nachteil nicht mehr signifikant nachrüsten zu können, kann im Abstiegskampf entscheidend werden.

Aufbau Elbe hat sich mit diesem Sieg in den erweiterten Verfolgerkreis gespielt!

Bei Aufbau-Elbe sind derzeit besonders Aron Russ und Hendrik Strumpf (beide 2,5/3) hervorzuheben. Bei der zweiten Vertretung des USC ist die Leistung von Spitzenbrett René Oelkers sowie die von DWZ-Aufsteiger Florian Brandt hervorzuheben (beide 2/3)

Tangerhütte – Bernburg 5:3

Tangerhütte bleibt die Wundertüte der Liga. Fehlten bisher immer 2 Spieler von 1-8 (was in etwa dem entspricht was durchschnittlich zu erwarten ist), konnte diesmal mit der Stamm-Acht – inklusive dem selten eingesetzten und prompt vollpunktendem Thomas Hennig gespielt werden. Dadurch war die Mannschaft „plötzlich“ in der klaren Favoriten Rolle gegen ein eingespieltes Bernburger Team. Diese konnte durch ein starkes 3,5:0,5 im Oberhaus auch genutzt werden. Was lehrt uns dieses Spiel? Von der Tangerhütter Aufstellung auf die folgenden Spiele zu schließen halte ich für riskant, im Zweifelsfall sollte man die Altmärker immer auf der Rechnung haben, was sie von der Liste potenzieller Abstiegskandidaten enorm weit weg rücken lässt. Bernburg steht zwar nur bei 2 MP (nur 0,5 BP weniger als Calbe auf Rang 2) wird aber im weiteren Saisonverlauf die Routine ausspielen können. Während der Zug nach ganz oben abgefahren ist, so scheint ein Verbleib auf Platz 6 das Minimale zu sein. Bei Tangerhütte überzeugt das Oberhaus gleichermaßen, während bei Bernburg derzeit Bernd Wagner mit 2/2 hervorsticht.

Calbe – Aschersleben 4:4

Aschersleben ist der erste Verein der es schafft dem Verbandsligaabsteiger Calbe Punkte abzunehmen. Dabei konnten Aschersleben an den vorderen 5 Brettern den Grundstein legen, im Unterhaus konnte Calbe – wie schon in der vorangegangenen Spielen – gut punkten. Das Ergebnis ist im erwarteten Bereich. Calbe bleibt auf Schlagdistanz und kann noch aus eigener Kraft um den Aufstieg kämpfen – sofern dies überhaupt das Ziel ist. Während Calbe das zweite Mal in Folge mit der echten Stammacht auftreten konnte, bleibt bei Aschersleben erneut das Fehlen von Detlef Weidner festzustellen. Bei dem sonst sehr zuverlässigen Team vermute ich daher ein längeres/permanentes Fehlen. Dies sollte sich nur dann als gut kompensierbar erweisen, wenn der Stamm von 1-7 weiterhin sehr zuverlässig ist, denn auch die Ersatzbank ist nicht so gut besetzt (wenngleich derzeit bei 3/4).

Bei Calbe überragen derzeit mit ML Dahlke – nach schleichendem Wertzahlverlust über die letzten Jahre nun mit einer sehr guten Saison und 2 aus 2 – und Alfred Weigelt (3/3) zwei Spieler aus dem Unterhaus. Auch Karl-Hein Ulrich ist mit 2,5/3 gut unterwegs. In einer durchweg homogen punktenden Ascherslebener Mannschaft braucht kein Spieler extra hervorgehoben werden.