Landesliga A – 4. Spieltag 07. Dezember 2014

Ich bleibe mir treu und lasse mir etwas Zeit für die Zusammenfassung der Geschehnisse. Aber hey, immerhin vor der nächsten Runde – das wird für 2015 auch das sportliche Ziel bleiben, denn Runde 5 und 6 werden im Zweiwochenabstand gespielt.

Der Blick nach oben würde – nur mit noch mehr Sorgenfalten – das Vorherige wiederholen, ich warte hier die Doppelrunde im Januar ab und schaue mir dieses Mal die B-Staffel an. Im Gegensatz zur A-Staffel würde ich hier mehr Teams Ambitionen nach oben nachsagen, auch weil der klare Favorit fehlt, ist ein spannendes Rennen zu erwarten. Das direkte Duell der beiden Tabellenführer Einheit Halle und Gräfenhainichen steht im Januar Spieltag an, dort ist eine erste Vorentscheidung zu erwarten. Beide Vereine haben übrigens jeweils starke Spieler nach hinten gesetzt, bis jetzt mit individuellem (4/4 bei Gräfenhainichen und 3/3 & 2,5/3 bei Halle) und mannschaftlichem Erfolg. Unten stehen alle wichtigen Duelle noch an, während ich die knapp enteilten Teams an 3 und 4 (Naumburg und Piesteritz) aufgrund der tatsächlich aufgebotenen Spielstärke aus dem Abstiegskampf rausrechnen würde. Beginnt ab Platz 4 ganz sicher der Abstiegskampf. Auffallend ist, dass bei diesen Teams oft viele Spieler aus der Stamm-Acht fehlen. Ist Zuverlässigkeit hier der Schlüssel zum Erfolg. Auch wenn die Tabelle derzeit nicht unmittelbar den Eindruck erweckt, so sind Zeitz und Klostermansfeld insbesondere gefährdet. Das eine rein subjektive Schnell-Analyse, könnte hier das Orakel helfen? Ohne diese betrachtet zu haben geht es damit direkt zu meinem eigentlichen Auftrag weiter - Landesliga A:

Aschersleben – TuS 1860 MD-N 4:4

Beide Teams treten in zu erwartender (fast?) Bestbesetzung an, somit leichte Wertzahlvorteile auf der Mannschaft aus dem Salzlandkreis. Aschersleben schaffte es die Werzahlschwächeren Bretter 3&4 von TuS gut auszubremsen. Die Erfolgsstory im Oberhaus setzten die beiden Spitzenbretter fort. Wiebke erzielte (meines Wissens zum dritten Mal in Folge) Zählbares gegen Thomas und Matthias Wilke revanchierte sich für das Vorjahresremis. Komfortable 3,5:0,5 Führung im Oberhaus – was soll da noch schiefgehen? Einiges, denn das nur knapp besser besetzte Unterhaus wurde sichere Beute von TuS. Peter hat gerade einen Lauf und volendete souverän, Uwes Außenseitersieg setzte so die Zeichen auf ein – nach Vor-Ort Berichten schlussendlich gerechtes Mannschaftsremis. Beide Teams befinden sich in der Tabellenmitte, was nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass Aschersleben noch gegen viele schwächere ran muss und so eher Ambitionen nach oben hat, während TuS nachwievor nach unten absichern muss. Der nächste Spieltag sollte Gewissheit bringen ob es einbe vergleichsweise ruhige Saison oder ein langer Kampf wird.

Bei Aschersleben stechen besonders die vorderen Bretter, insbesondere Wilke und M. Knippertz hervor. Bei TuS bleibt Peter Beinhof (2,5/3 gegen störkere Gegner) sowie Thomas Schönemann hervorzuheben.

Bernburg – Calbe 3,5:4,5

Der Bernburger Fluch hält an. Nach dem Auftakt-Kantersieg gelingt gar nichts mehr. Die nun mehr Dritte Niederlage in Folge – jeweils gegen Mannschaften auf Augenhöhe – zwingt ganz sicher zum Umdenken. Statt oben mitzuspielen ist Abstiegskampf angesagt. Calbe beweist wiederrum Kämpfer-Qualitäten und gewinnt den Wettkampf trotz deutlicher DWZ-Nachteile. Die spielentscheidenden Bretter sind auch schnell ausgemacht, denn die deutlich favorisierten Bernburger holten im Unterhaus zusammen nur ein halbes Pünktchen. Das Calbenser Oberhaus ist zwar nach Ausscheiden von Dr. Hamm und Beförderung von Erik Wandsleb nicht mehr ganz so stark wie in den Vorjahren, für ein Pünktchen wird aber immer gesorgt, was den Mannschaftssieg besiegelte.

Bei Bernburg zeigt Bernd Wagner trotz Niederlage eine gute, Burkhard Bauer eine ordentliche Form. Der Rest bleibt derzeit unter den Möglichkeiten, was momentan nur zu Tabellenplatz 7 führt. In meinen Augen muss sich Bernburg nur Gedanken machen, wenn oben so viel schief läuft, dass der Achte nicht die Klasse hält. Ein weiteres Abrutschen kann ich mir absolut nicht vorstellen, dazu ist die Aufstellung zu solide.

Ganz andere Vorzeichen bei Calbe. Gezogen durch bärenstarke Bretter 6 und 7 (7 aus 7) hält die Mannschaft um ML Dahlke Anschluss nach oben. Im Duell mit dem USC I rechne ich zwar nur Außenseiter Chancen zu, und die BP sind auch schon eine kleine Hypothek, Calbe zeigt aber, dass der Wille da ist. Folglich der verdiente – und aus meiner Sicht nicht unbedingt erwartete Platz 2 in der Tabelle.

USC II – Eintracht Tangerhütte 3,5:4,5

Tangerhütte geht zum zweiten Mal in Folge mit einer sehr starken Mannschaft an den Start. Rechnet man Brett 8 raus (da kann man auch nur einen Punkt verlieren) fehlt nicht viel zum 1900er Schnitt. Der USC hat erstmals leichte Probleme, allerdings nur im Unterhaus und somit waren diese vernünftig kompensierbar, und ist nach Papierform wieder einmal nur Außenseiter. Beflügelt von starken 1,5 Punkten im Oberhaus hält die Mannschaft, bei der ML Christian Herter erstmals eingesetzt wurde, lange Zeit gut mit, muss schlussendlich aber die Altmärker Überlegenheit, welche sich an 3 bis 7 wiederspiegelte, anerkennen. Schon der zweite knappe Punktverlust für den USC II, das kann für eine Mannschaft die definitiv gegen den Abstieg kämpft einer zu viel sein…  Tangerhütter zeigt sich nach leichten Startproblemen sehr gut erholt. Kann diese Mannschaft so durch spielen, kann gegen jeden Gegner gepunktet werden. Die Altmärker halten Anschluss an die Tabellenspitze, ob mehr geht bleibt abzuwarten.

Während bei Tangerhütte Altmeister Mathias Kresse aus einer homogenen Mannschaft hervorsticht, punkten beim USC besonders die Spitzenbretter und Florian Brandt überdurchschnittlich. Letztgenannter zeigt seit dem Wechsel an die Elbe einen tollen Aufstieg.

Turm 2000 Wahrburg – SG AE Magdeburg III 2:6

Nach 2 guten Spielen zeigt Wahrburg wieder eine etwas schlechtere Leistung. Ersatzgeschwächt und nur zu 7. Antretend war gegen die junge Mannschaft von Aufbau-Elbe nichts zu holen. Die teils deutliche Übermacht der Hauptstädter siegte am Ende souverän, vor allem durch eine gute Leistung im Unterhaus (3,5/4). Während Wahrburg dieses Spiel schnell abhacken sollte um fokusiert auf die anstehenden Aufgaben zu blicken, hat sich Aufbau-Elbe langsam zum Spitzenteam vorgemausert. Gleichauf mit Tangerhütte fehlen bei ausstehenden direkten Vergleichen nur 2 MP zum USC. Wahrburg ist dank der weniger schlechten Brettpunkte vor Rochade auf Platz 9. Es müssen allerdings schon kleine Wunder geschehen um die notwendigen Punkte zum sicher rettenden Platz 7 zu sammeln.

Bei Wahrburg zeichnen sich Henning Neu und Antje Peters bisher aus, Aufbau-Elbe setzte bereits sehr viele Spieler ein, so dass bei vielen guten Leistungen insbesondere Hendrik Strumpf hervorzuheben gilt.

USC I – Rochade III 5,5:2,5

Vor ein paar Jahren gab es noch das Duell der beiden ersten Mannschaften, das soll nicht nur zeigen, dass der USC seitdem ganz schön Federn lassen musste, sondern auch Rochade dafür honorieren, seit Jahren in vorderen Ligen mitzuspielen. Durch die erwartete Niederlage gegen den Liga-Krösus werde ich aber den Verdacht nicht los, dass Rochades Zeit in der LL durchaus gezählt sein könnte. An den Bretten zeigte sich der erwartete Kampf bei dem der USC 200 Pt. durchschnittlichen Wertzahlvorsprung sicher ummünzen konnte. Dabei ist insbesondere Rochade Spieler Angel Genow hervorzuheben der den Außenseitersieg schaffte und die Niederlage in Grenzen hielt. Während der USC die weiße Weste behält und die Herbstmeisterschaft erkämpfte, verweilt Rochade auf Platz 9. Hier ist in der zweiten Saisonhälfte eine deutliche Steigerung notwendig, wenn der Klassenerhalt geschafft werden soll.

Beim USC überzeugen ML Thomas Reichert (4/4) und Niklas Geue (3/3 an einem vorderen Brett). Bei Rochade spielen Hans-Georg Döhler und Eckhard Hoffmann derzeit über ihren Erwartungen.