Landesliga A – 5. Spieltag 18.1.2015

Kurzer Blick nach oben: Merseburg quasi abgestiegen, Sangerhausen auf gutem Weg zum Klassenerhalt (für mich ist das durch, aber ich zähle auch eher zu den Mammut-Fans:), AEM mit unklarem Verbleib in der OLA – aber nur mit Blick nach oben und daher hier irrelevant, dennoch viel Erfolg, würde mich über einen Zweitligisten freuen. Löberitz bewegt sich im Niemandsland, sollte aber ohne Probleme durchkommen. Mit mehr Problemen dagegen der USV Halle, auch hier sollte es aber am Ende reichen. Sorgen bereitet hingegen Rochade. In der Doppelrunde ohne Tschechen, dafür mit M. Stolz, der aber an einem hinteren Brett nicht an die alte Schlagkraft herankommt, gibt es 2 Niederlagen und resultierende Abstiegsgefahr. Hoffen wir auf das Beste und nur einen Absteiger ins Land, dann ist Platz 8 sicher.

TuS 1860 MD Neustadt – Rochade III 4:4

Durfte mal wieder live zu gucken – und verbrachte leider auch mehr Zeit an fremden Brettern als am Eigenen. Brandgefährlich wenn man selbst so selten vorm Brett sitz, dass es jedes Mal wieder fraglich ist ob die Eröffnungen noch sitzen, der übersehene Turmgewinn sollte mich zumindest in der Zukunft mehr aufs eigene Brett zwingen. Egal zurück zum Thema: TuS startete nach leichten Transportschwierigkeiten ala nicht-anspringendes Auto als Favorit in die Begegnung. Dennoch war schnell klar, das sich ein Kampf auf Augenhöhe entwickeln sollte. Den Anfang machte nach etwa 3 Stunden leider ML Daniel. Beflügelt vom letzten Ramada Erfolg mit einer guten Partie und einem Gegner in Zeitnot. Ärgerlicher Figureneinsteller sorgte hier leider schnell für den Rückstand. Nach eingeplantem Spitzenbrettremis und Ausgleich durch Eberhard an Brett 6 lag der Vorteil wieder knapp bei TuS. Thomas F. am zweiten Brett, dem in der Vergangenheit viele knappe TuS Punktgewinne durch bedingungslosen Kampf zu verdanken waren, versuchte zwar viel, kam mit Weiß aber nicht über Remis hinaus. Die übliche Taktik „irgendwie Gegenhalten und Thomas machen lassen“ ging also nicht. Als Micha in Zeitnot remisierte ging es mit Gleichastand aber unerwartetem Rückstand aus dem Oberhaus in die 5. Stunde. Vorher musste sich Thomas S. noch mit unerlaubtem Reklamieren auf Blättchenfall auseinander setzen, aber alles ok! Während sich Uwes Stellung peu-a-peu verbesserte, übersah Peter im 41. Die beste Abwicklung. Es verblieb zwar ein Mehrbauer aber gutes Gegenspiel bei fortlaufenden Drohungen. Der Rest ist schnell erzählt, Uwe holt die 1, Thomas hält Remis trotz Minusbauer und gegnerischem Läuferpaar – Respekt – während Peter die Überlegenheit anerkennen muss. Schlussendlich ist das 4:4 verdient. Rochade bewies großen Kampf, ob der Punktgewinn reicht ist fraglich. Auf den direkten Konkurrenten TuS fehlen 2MP und viele BP, bei schwierigerem Restprogramm, das könnte knapp werden.

Bei TuS zeigte sich Uwe nun zwei Mal als Matchwinner und ist daher in dieser Runde besonders hervorzuheben. Rochades Aushängeschild ist derzeit Lothar Hesse (2,5/4 im Oberhaus). 

Aufbau Elbe III – USC I 4,5:3,5

Da ist es passiert! Der Staffel-Krösus stolpert über einen Mitkonkurrent aus der Landeshauptstadt. Aufbau Elbe findet in einem a priori als einseitig eingestuften Duell die besseren Mittel und schafft den Außenseitersieg. Bei 5 Remis – vor allem die beiden im Unterhaus aus Underdog Rolle – entscheiden die Siege der mittlerweile herausgewachsenen Jugendspieler. AEM scheint die bessere Mischung aus alten Hasen und jüngeren Spielern gefunden haben und überzeugt bisher in allen Mannschaftsteilen. Der USC wurde nach furiosem Auftakt und ein paar folgenden Wacklern auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Als nettes Detail sei vermerkt, dass erstmals 2 Stammspieler fehlten und es prompt die erste Niederlage hagelte. Ob es daran lag? – wohl kaum denn der DWZ Vorteil war immer noch immens! Der direkte Wiederaufstieg – das bekamen schon viele Teams zu spüren – ist eben doch kein Selbstläufer. Noch ist das Kind aber nicht in den Brunnen gefallen, die Brettpunkte sprechen für den USC und der direkte Vergleich gegen Neu-Tabellenführer Calbe steht ebenfalls noch aus.

Beim USC glänzt die Mannschaft über fast alle Mannschaftbereiche, aus vielen guten und sehr guten Leistungen bleiben Niklas Geue und Thomas Reichert hervorzuheben, beide mussten allerdings am Sonntag das erste Remis abgeben. Bei AEM sind Hendrik Strumpf (3,5/4) und Vincent Schwenke (2/2 gegen deutlich bessere Gegner) derzeit besonders gut in Form.

Während der USC am nächsten Spieltag gegen derzeit starke Tangerhütter zeigen muss ob es sich nur um einen Ausrutscher handelt, geht AEM gegen Rochade III als klarer Favorit ins Rennen.

Tangerhütte – Wahrburg 7:1

Das Altmark Duell wurde zu einer klaren Angelegenheit. Tangerhütte schafft es wieder 6 der ersten 8 Spieler ans Brett zu bekommen und ist dann nur schwer zu schlagen – auch weil die offiziellen Ersatzspieler diese Saison deutlich besser punkten als noch in den Vorjahren (aktuell aus häufiger Außenseiterposition mit mehr als soliden und umso wichtigeren 3,5/7). Die 1,5 Punkte an den hinteren 2 Brettern hätte es dieses Mal gar nicht gebraucht, denn vorne lief es wie am Schnürchen – 5,5:0,5 lautete das Ergebnis an den ersten 6 Brettern. Dort waren die Stendaler zwar in der Außenseiterposition, mehr als nur ein Remis hätte ich der routinierten und eingespielten Mannschaft aber zugetraut.

Während Tangerhütte nur noch einen Punkt hinter Tabellenführer Calbe liegt und nach Brettpunkten ebenfalls sehr gut da steht, stellt sich die Frage wie Wahrburg mit den beiden herben Niederlagen umgeht. Ein Sieg zum Saisonfinale gegen den USC II scheint nur dann zu reichen wenn bei den beiden Magdeburger Vertretungen im Tabellenkeller rein gar nichts mehr läuft, in meinen Augen ein sehr unwahrscheinliches Szenario.

In einer sehr ausgeglichenen Tangerhütter Mannschaft möchte ich dieses Mal die Leistung von Frank Seiler hervorheben, 2/3 gegen deutlich stärkere Gegner sind ein starkes Ergebnis (auch wenn beide Punkte nicht spielentscheidend waren). Bei Tangerhütte verdient sich derzeit Henning Neu Bestnoten, auch Antje Peters Serie von 4 Remis ist zu beachten.

Calbe – USC II 5:3

Die Calbenser legen eine beeindruckende Routine an den Tag. Zugegeben der USC II befand sich eingangs in der Außenseiterrolle, wie die Calbenser aber bisher ohne Stolpern durch die Liga marschieren ist schon beeindruckend. Dabei sind alle Ergebnisse bisher knapp, was auf einen großen Kampfgeist schließen lässt. Belohnung ist die alleinige Tabellenführung. Allerdings ist der Vorsprung von einem MP bei noch 2 ausstehenden Duellen noch nicht vorentscheidend. Weiterhin könnten die geringen Brettpunkte – sogar ein halbes Pünktchen weniger als der Viertplatzierte AEM – am Ende eine kleine Hypothek darstellen.

Während aus Calbenser Sicht bisher nicht viel am Saisonverlauf auszusetzen ist, befindet sich der USC nach der neuerlichen Niederlage weiterhin auf Platz 8 und somit in akuter Abstiegsgefahr. Allerdings hat die Mannschaft um den dieses Mal mit agierenden Christian Herter auch das leichteste Restprogramm aller Mannschaften, es sollten sich also noch genug Chancen ergeben. Noch ein paar Worte zum Spiel: Calbe glänzt durch ein relativ homogenes Mannschaftsgefüge, dieses Mal war der Sieg an 8 der entscheidende Schlüssel zum Erfolg, während zwei Partien auf Augenhöhe (2 und 7) dieses Mal sogar weggingen. Aber das kann die Mannschaft zur Zeit anscheinend gut kompensieren. Während beim USC die bewährte Doppelspitze – insbesondere Andreas Apitz – und Christine Giebel hervorzuheben sind, kann sich Calbe derzeit auf volle Punkte von Alfred Weigelt (5/5) verlassen. Während es vorne gar nicht unbedingt so gut läuft, sind die hinteren Calbenser Bretter derzeit die Versicherung der Mannschaft, auch das ist eine Veränderung zu den Vorjahren.

Aschersleben – Bernburg 4,5:3,5

Was passiert wenn eine gut eingespielte, in den letzten Spieltagen durchaus überdurchschnittlich erfolgreiche, Mannschaft auf eine stärkere aber dem Vernehmen nach völlig verunsicherte Mannschaft trifft? Logisch es gibt einen knappen Sieg für Erstere:) Bernburg schafft auch gegen Aschersleben nicht die Wende und verliert schon wieder aus der Favoritenrolle. Vor allem im Unterhaus wurden die sich bietenden Chancen nicht genutzt, so dass die eine Niederlage im Oberhaus wieder Null Mannschaftspunkte bedeutet. Auffallend ist die bisher hohe Remis-Quote – fehlt es in dieser Saison am sonst ausgeprägten Kampfgeist?

Aschersleben kann nun ganz beruhigt in den Rest der Saison blicken. An den sich in den letzten Jahren verbreiteten Auflösungsgerüchten ist anscheinend nichts dran. Bei 3 verbleibenden Spielen gegen die Tabellenkinder wird es für Aschersleben sehr wahrscheinlich wieder eine gute Saison werden. Anders bei Bernburg, „Ausrutscher“ ist mittlerweile das falsche Wort, oberste Priorität sollte nun der Klassenerhalt sein, auch wenn 9 MP durchaus noch realistisch sind. Auf der anderen Seite sind große Probleme denkbar, sollte der nächste Spieltag gegen TuS nicht mindestens 1 MP bringen. Die Favoritenrolle wird sicher wieder bei Bernburg liegen, dass das nichts heißen muss zeigen die letzten Spieltage.

Bei Betrachtung der Bernburger Einzelleistungen sind Bernd Wagner und Spitzenbrett Burkhard Bauer hervorzuheben. Anzumerken ist dabei auch eine völlige Ineffizienz zwischen BP (50%) und MP (20%), schlechter kann das Verhältnis nicht sein! Erinnerungen an die Burger Serie von 3,5-Niederlagen von vor ein paar Jahren werden übrigens wach.

Bei Aschersleben überzeugen Michael Knippertz, Spitzenbrett Matthias Wilke und die Ersatzspieler (4,5/7). Bei Bernburg zeigen Bernd Wagner und Burkhard Bauer eine gute Form.

Abschließend noch 2 Anmerkungen:

Das Orakel sagt, dass es für Rochade und Wahrburg ganz schwer wird. Der USC hat gute Chancen auf Platz 8 – im optimistischen Fall reicht das zum direkten Verbleib. Während Bernburg sich wohl noch raus manövrieren sollte (bzw. in einer Relegation klarer Favorit wäre) konnte sich TuS noch nicht aller sorgen entledigen. Platz 8 sollte es hier aber mindestens werden. Oben bestätigt mein subjektives Bild die Orakel Zahlen nicht. Ich denke, dass Calbe längst nicht die besten Chancen hat (zählt hier Thomas Belau mit?). Favorit nachwievor der USC, trotz der guten Serie würde ich Calbe nur in etwa die Chancen von AEM einräumen. Letzteren traue ich bei nachhaltigen Problemen für die eigenen Zweite auch noch spontanes Aufrüsten zu.

Die vorläufige DWZ-Auswertung ist m.E. für sich genommen interessant, kann man daraus doch einen guten Proxy für die Form ablesen. Vielleicht schaffe ich nächstes Mal zusammen zu zählen! Einige Spieler werden sich wohl auch diese Saison erstmals aus ihren Stammregionen verabschieden müssen…